Marktanalyse

Erwartungswert-Rechner (EV)

Der Erwartungswert (Expected Value, EV) beziffert, was ein Einsatz von einer Einheit bei einem gegebenen Preis und einer gegebenen Wahrscheinlichkeitsschätzung langfristig mathematisch wert ist. Der Rechner rechnet mit deiner Schätzung: Ist die Schätzung ungenau, ist es auch der EV. Das Ergebnis ist eine mathematische Illustration, kein Einsatzvorschlag.
Analyse, keine Beratung. Die Ausgabe der Rechner ist eine mathematische Illustration zu den Kurskapiteln, keine Wettempfehlung, Einsatzempfehlung oder Finanzberatung. Jede Entscheidung erfolgt auf eigene Verantwortung.

Erwartungswert

Erwartungswert (EV)

Wenn deine eigene geschätzte Wahrscheinlichkeit von der durch die Quote implizierten abweicht, lässt sich diese Differenz beziffern: EV = Wahrscheinlichkeit × Quote − 1.

Gib deine eigene Wahrscheinlichkeitsschätzung (0–100 %) und die notierte Quote ein.

Die Formel

EV = Wahrscheinlichkeit × Quote - 1. Break-even-Wahrscheinlichkeit: 1 / Quote.

Durchgerechnetes Beispiel

Angenommen, du schätzt einen Ausgang auf 45% und die Quote ist 2.50. EV = 0.45 × 2.50 - 1 = 0.125, also +12.5% pro Einheit Einsatz. Der Break-even-Punkt liegt bei 1/2.50 = 40%: Liegt die wahre Chance über 40%, ist der mathematische Erwartungswert positiv, darunter negativ. Die gesamte Rechnung steht und fällt mit der 45%-Schätzung: Liegt die wahre Chance nur bei 38%, ist der tatsächliche EV -5%.

Referenzpunkt: Was sagt der Markt?

Unsere eigene Untersuchung über mehr als 50.000 Spiele aus 11 Saisons ergab, dass die Schlussquoten der Buchmacher genauer sind als jedes von uns getestete Modell. Ein positives EV-Signal bedeutet in der Praxis daher meist, dass deine Schätzung vom Markt abweicht, nicht, dass der Markt falsch liegt. Zudem erzeugen 100 Wetten bei Quoten um 2.00 allein durch Varianz eine ROI-Schwankung von etwa ±20%, ganz ohne Können.

Typisches Missverständnis

Der häufigste Fehler ist, den EV für eine objektive Eigenschaft der Wette zu halten. Er misst das Verhältnis zwischen deiner Schätzung und dem Preis: Mit einer ungenauen Wahrscheinlichkeit existiert ein positiver EV nur auf dem Papier. Kurzfristige Ergebnisse bestätigen oder widerlegen ihn nicht: In kleinen Stichproben ist der Gewinn vor allem Rauschen, kein Beweis.

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Was bedeutet ein positiver EV?

Dass die Formel bei der angegebenen Wahrscheinlichkeitsschätzung und Quote einen positiven mathematischen Erwartungswert pro Einheit Einsatz ausgibt. Das steht und fällt mit der Genauigkeit der Schätzung: Die Formel kann nicht prüfen, ob die eingegebene Wahrscheinlichkeit stimmt.

02

Was ist die Break-even-Wahrscheinlichkeit?

Die Trefferquote, bei der die gegebene Quote langfristig auf null herauskommt: 1/Quote. Bei einer Quote von 2.50 sind das 40%, also vier Treffer aus zehn für den Break-even.

03

Woher soll die Wahrscheinlichkeit kommen?

Das ist der schwierige Teil; die Formel selbst ist reine Arithmetik. Ein Ausgangspunkt kann die aus Marktpreisen berechnete, um die Marge bereinigte implizierte Wahrscheinlichkeit sein: Unsere Untersuchung zeigt, dass die Schlussquote des Marktes langfristig ein sehr starker Referenzpunkt ist.

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Garantiert ein positiver EV Gewinn?

Nein. Die Schätzung kann ungenau sein, und selbst mit einer genauen Schätzung erzeugt die Varianz lange Verlustserien: In einer Stichprobe von etwa 100 Wetten kann der ROI allein durch Rauschen um rund ±20 Prozentpunkte schwanken.

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Wie hängen EV und Value Betting zusammen?

Eine Value-Wette ist die Situation, in der die geschätzte Wahrscheinlichkeit höher ist als das, was die Quote widerspiegelt, die Formel also einen positiven EV ausgibt. In der Praxis bedeutet das nur dann etwas, wenn die Schätzung genauer ist als der Markt, was unsere Messungen zufolge selten ist.